Hochstamm: Sturm, Frost, Dürre, Hagel…?

Unsere 10 jährigen Hochstammobstbäume haben noch nie richtig Ertrag gebracht. Wir hatten in den letzten Jahren viele extreme Sommertrockenphasen mit extremen Temperaturen, mehrmals starker Hagel, im Frühjahr zweimal starken Spätfrost während der Blüte und zwei Hochwasserereignisse in zwei aufeinanderfolgenden Jahren.

So fragen wir uns, ob es überhaupt noch möglich ist, Obst ohne schützende Hagelnetze, Tropfbewässerung und Frostberegnung zu produzieren. Derweil investieren wir jedes Jahr viele Stunden in die Pflege der Bäume.

Wer trägt das Risiko in der Nahrungsmittelproduktion? Welche Branche kennt diese Extreme: Ein witterungstechnisch schwieriges Jahr bringt kaum oder kein Ertrag, ein gutes bringt häufig schlechte Preise, weil es allen Produzenten ähnlich geht. Wenn das Angebot mal knapp ist und die Nachfrage hoch, wird einfach aus dem günstigeren Ausland importiert. Die Preise steigen in der Schweiz auch dann kaum.

Extremereignisse zeigen auch die Grenzen des Privateigentums. Wir haben im Hochwasserereignis vom 30. Mai 2018 viele m3 Feinerde von Nachbarbauern bekommen. Trotz grossen Schäden waren wir in der glücklichen Lage, Bodenanschwemmung zu erhalten, andere hatten den Verlust: Erosion.